Dienstag, 27. September 2016

Fair Trade Night 2016 in Köln | Buy Good Stuff - Veröffentlichung des Fashionshoppingguides


Wie nachhaltig kann ich konsumieren?
Woher kommt mein Strom?
Womit fahre ich zur Arbeit?

Wie reise ich?
Woher kommt das Kinderspielzeug?
Wie ist Nachhaltigkeit zu vermitteln?
Womit putze ich meine Zähne?
Woher kommt meine Kosmetik?
Wie richte ich mein Zuhause ein?
Wie ernähre ich mich?
Wo kaufe ich meine Pflanzen und Blumen?
Wie verpacke ich Geschenke und was schenke ich?
Mit welcher Technik umgebe ich mich?
Was passiert mit meinem Ersparten, das bei der Bank liegt?
Mit welchen Materialien baue ich mein Haus?

Woher hat der Bürgermeister sein Papier?

Es ist besser, unvollkommen zu beginnen, als perfekt zu zögern.
Bodo Schäfer





Nachdem ich es im letzten Jahr nicht geschafft habe, war ich vergangene Woche bei der 2. Fair Trade Night im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Es war ein interessanter und schöner Abend rund um ökologische Nachhaltigkeit und sozial faire Produktionen mit breit aufgestellten Themenschwerpunkten. Davon muss ich Euch erzählen! 

Rund um den Marktplatz im Forum des Museums hörten wir einen 
Vortrag, eine Podiumsdiskussion und sahen die Modenschau


Vortrag

Es ging um die Fragestellung, wie 'fair' die Stadt Köln als ausgezeichnete 'Fair Trade Town' ist (wusste ich gar nicht, kannte die Auszeichnung auch nicht, jetzt aber), wie sie ihre Konsumgüter organisiert (Kaffee, Gläser, Stifte, Toilettenpapier, Bürostühle, Arbeitskleidung, etc.). Es gibt den Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels, aber es sei immerzu eine mühsame Überzeugungsarbeit (kann man sich leider vorstellen, ne?). Die Stadt Dortmund gehe dabei mit gutem Beispiel voran.

Podiumsdiskussion

'Wie nachhaltig kann Mode sein, wie modisch ist Nachhaltigkeit?' Diese Frage wurde aus verschiedenen Sichtweisen beantwortet, von der 
Professorin für Modetheorie Dr. Elisabeth Hackspiel-Mikosch (Akademie Mode & Design in Düsseldorf (AMD)), Ladeninhaberin Katharina Partyka von Kiss the Inuit und Modebloggerin Julia Recker von Subvoyage (hallo Julia! :)).


- Bewusstes Einkaufen ist maßgeblich, Qualität statt Quantität.
- Nachhaltiges Kleiden kostet nicht mehr als Fastfashion in Massen.

- Nachhaltigkeit ist in.
- Ist es gut, wenn Billigmarken mit einzelnen Produkten auf den Trend der nachhaltigen Zertifizierungen aufspringen? Ist es reines Greenwashing oder als Schritt in die richtige Richtung zu goutieren?


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Meine Meinung dazu ist zwiegespalten. Wie siehst Du das? Selbstverständlich ist jeder Schritt in die Richtung des bewussten und ethisch einwandfreien Konsums gut.* Vielleicht gibt es dem ein oder anderen am Wühltisch eines 
Discounters wie z.B. Penny, einen wichtigen Impuls zur Erkenntnis, wenn er das bezahlbare und gleichzeitig GOTS-zertifizierte Shirt in den Händen hält: 'Fair gehandelte Waren sind bezahlbar'. Andererseits machen mich z.B. H&M-Kampagen wütend in denen neben all dem Mist, öko-faire Produkte und Aktionen herausgestellt werden die mehr versprechen als sie halten.

H&M wirbt seit 2013 z.B. für Wiederverwertung mit der 
World Recycling Week. Gut! Nee, donnich. Für die Abgabe von gebrauchten Textilien zum Recycling, gibt es einen H&M-Einkaufs-Gutschein. Mädchen raffen Fehlkäufe und ein paar Mal getragene Stücke zusammen und können sich auf neuen Stoff freuen! Entgegen der Langlebigkeit von Kleidung, zur Förderung des Konsums, zur Förderung von Fastfashion. 
Wer jetzt nicht mit dem Kopf schüttelt... 


Aus der Recyclingtonne kann dann etwa 1 % dem Recyclingkreislauf zugeführt werden (Mischgewebe werden aktuell nicht recycelt) und wiederum davon können pro Teil nur 20 % wiederverwertet werden zur Erstellung neuer Kleidungsstücke.

M.E. also reines Marketing auf dass die Masse nur zu gern abfährt und sich gut fühlt, weil sie Gutes tut. Ja, dem Konzern, nicht der Umwelt!

Deswegen finde ich Marken und Läden entspannend, in denen alles fair ist. Kein langes Suchen und Recherchieren, sondern vertrauen, umschauen, Abstimmung mit der inneren Finanzministerin, kaufen und per Kassenbon die Stimme für nachhaltige Mode abgeben, für ressourcenschonende Wertschöpfung, 
soziale und gesunde Arbeitsbedingungen, Erhalt der Tierwelt über und unter Wasser, etc. 


Marktplatz 

Die Stände im Forum boten eine breite Themenvielfalt. Hier konnte man sich informieren, Kontakte knüpfen und einkaufen. 


- Mode; Neuware, 2.Hand/Kleidertausch, Selbermachen/Wiederverwertung 

- Dekoration 
- Kinderspielzeug 
- Küchenutensilien 
- Lebensmittel 
- Strom, Gas 
- Finanzwesen, Banken (das steht bei mir als nächstes an, Bank wechseln!)
- Siegel, Zertifikate 
- Bildungsmaterial für Schulen

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Modenschau

Ein Höhepunkt neben der Veröffentlichung des 
öko-fairen Modeeinkaufsratgebers für Köln 'Buy Good Stuff' war die Modenschau. Lokale Geschäfte zeigten wie variantenreich verschiedenste Stile bedient werden, auf Basis 'fairer' Produktion.


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Was ist fair?


Nach so viel 'fair' (Fair Trade Night, Fairfashion, faire Produktion, ...) muss ich zur Begrifflichkeit kurz was dazwischen schieben. Ich wünschte, es gäbe einen besseren Begriff für all das was ich mit 'fair' meine. Ideen? Der Begriff 'fair' ist mittlerweile in Teilen so negativ belegt, dank dem, was z.B. unter 'Fair Trade' läuft. Stichworte: Mischungsverhältnis und Mengenausgleich bei Lebensmitteln. Unter anderem dazu eine Buchempfehlung: 'fairarscht' von Sina Trinkwalder, erhältlich in jeder lokalen Buchhandlung oder für den schnellen Einblick hier ein Video.
Manche Konzerne möchten mit Fairness glänzen, wenn sie Näherinnen Mindestlöhne zahlen. Wenn davon aber die Familie nicht ernährt werden kann bei 14 Stunden Arbeit an sieben Tagen die Woche, ist das fair?

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Fashionguide

Der neue Einkaufsratgeber für Köln 'Buy Good Stuff' ist  das Ergebnis eines Kooperationsprojekts von FEMNET e.V. und der AMD Akademie Mode & Design, Fachbereich Design der Hochschule Fresenius in Düsseldorf. Der Guide ist nach Stadtteilen und Art der Bekleidungsgeschäfte sortiert: 

- 100 % Concept Store
- anteilig öko-faire Mode
- Ateliers
- Second Hand 

Zudem gibt es Informationen zu Produktionsbedingungen in der Textilbranche, zu Siegeln und zu Organisationen, die sich mit dem Thema der 'sauberen Kleidung' befassen.

Fazit

Positiv_ Der Ratgeber gibt einen Überblick von Grundlagenwissen, das sich hier stets schnell noch mal nachschlagen lässt. Die Vorstellung einzelner Läden und deren Inhaber finde ich sehr interessant. Die Aufteilung des Store-Registers nach Stadtteilen und Anteil der eco-fairen Mode, schafft eine gute Übersicht, Papier und Layout gefallen mir. Ich finde es super, dass auch caritative Einrichtungen benannt sind, die mit dem 2.Hand-Verkauf nicht nur für Nachhaltigkeit stehen, sondern wichtige soziale Arbeit in unserer Gesellschaft leisten (meine Lieblinge, zwei der größten in Köln, Emmaus in Niehl und BfO in Bickendorf fehlen mir in der Liste). Ich persönlich mache schon einiges meinen Ansprüchen entsprechend gut, aber es ist noch Luft nach oben, dabei kann der Ratgeber nur unterstützend wirken.

Negativ_ 
Kritisch sehe ich den Part der '
anteilig öko-fairen Mode' und damit die Einbindung von z.B. Läden wie Zeemann und H&M mit der 'Conscious Collection' (dazu hier Lesenswertes). Getreu dem Motto* halte ich jeden Anfang, jede Auseinandersetzung für wertvoll, aber der Grat zum reinen hohlen Merketingcoup, der die grüne Trendwelle rein zu Werbezwecken nutzt (Greenwashing), ist schmal. Ich finde es kontraproduktiv, dass diese Läden in einem Ratgeber mit dem Titel 'Buy Good Stuff' aufgeführt sind. Zu Informationszwecken von zweifelhaften Hintergründen, wie im Guide bzgl. H&M grob angeführt, finde ich es super, aber zur Kaufanimation gelistet sind sie in diesem Ratgeber m.E. absolut fehl am Platz.

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Empfehlung

Ihr kennt meine persönlichen Favoriten zum fairen Shoppen in Köln!? Für 'aufe Hand' sei 'Buy Good Stuff' empfohlen! Die Rubrik 
'anteilig öko-faire Mode' streicht Ihr einfach durch. ;) Es gibt den Ratgeber in verschiedenen Läden und in öffentlichen Stellen der Stadt, kostenfrei. Bald soll er auch als E-Book und mobil über eine Website einsehbar sein. Für Düsseldorf und Bonn gibt es den Guide bereits, es folgt Berlin. Und sonst:

- weniger und bewusster einkaufen
- auf Langlebigkeit setzen; 2.Hand, Tausch, Reparatur, Upcycling

Zum Schluss

Ich finde es großartig, dass es die Fair Trade Night gibt, so facettenreich wie sie ist - ein Dank den Organisatoren! Was mich verblüfft, es sollen letzte Woche nur rund 500 Besucher da gewesen sein!? Viel zu wenig! Wir sehen uns dort im nächsten Jahr!?

Liebe Grüße . Maren

*Es ist besser, unvollkommen zu beginnen, als perfekt zu zögern.
Bodo Schäfer


Kommentare:

  1. Uh, okay, H&M als anteilig faire Mode zu führen, finde ich auch Banane. Alles in allem aber trotzdem ein gutes Projekt, so ein Fair Fashion Guide gehört zu jeder Stadt – um Bewusstsein zu schaffen und konkrete Möglichkeiten an die Hand zu geben. Danke fürs Vorstellen von der Dame, die heute ihre erste people tree Hose eingetragen hat und sich pudelwohl drin fühlt :) LG! Kea

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    1. Volle Zustimmung + weiteres Wohlfühlen gewünscht! ;) Ich bin umme Beine bei Kuyichi und Haikure hängen geblieben, aber guter Tipp, als T-Shirt führe ich meine People Tree Ananas nur zu gern aus! Drücke ich mich bei dem ganzen Namedropping noch verständlich aus? ;)) LG + bis ganz bald!

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